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Peter Christ

Laudatio für den 1. Ehrenpreisträger, Herrn Peter Christ von Herr Dietmar Glaßer;
Staatssekretär, Hessisches Ministerium für Frauen, Arbeit und Sozialordnung, Wiesbaden

 

Florstadt-Staden, den Juni 1998
Gerade in einer Zeit, wo vor allem aus wirtschaftlichen Gründen die Lebensbedingungen für viele Menschen schwieriger werden, sind Behinderte und Kranke auf noch mehr Mitmenschlichkeit angewiesen. Dabei haben Mitarbeiter von Behörden und öffentlichen Einrichtungen eine besondere Verantwortung, da ihre Entscheidungen häufig direkten Einfluß auf das (Über)leben dieser Personengruppe unserer Gesellschaft haben.
Deshalb war der Stiftungsbeirat hocherfreut, das Staatssekretär Dietmar Glaßer von der Hessischen Landesregierung persönlich die Laudatio für den Ehrenpreisträger, Herrn Peter Christ von der Justizvollzugsanstalt Dieburg hielt. Als Werkmeister der Schlosserei der JVA hat er auf außergewöhnliche Weise das Parkinson-Wohnprojekt von Anfang an selbstlos unterstützt.
Herr Staatssekretär Glaser nannte in seiner Laudatio hierfür eine ganze Reihe von Beispielen:
· Konstruktion bunter Großschnecken aus Metall, mit denen dauerhaft auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden soll.
· Verkauf von Produkten aus dem Bereich der Arbeitstherapie der JVA Dieburg auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt 1995 mit seiner Familie (Reinerlös: 2.000 DM).
· Mithilfe bei der Ausgestaltung des Parkinson-Wohnprojektes. So fertigte und finanzierte er z.B. das Geländer für den ersten Funktionsraum genauso wie den Tisch für den Speiseraum.
· Verzicht auf Geschenke anläßlich seines 40. Geburtstages; dafür Spendenaufruf (Erlös 900 DM).
· Er half mit, daß die erste Teilnahme von behinderten Menschen am Rosenmontagszug, in der über 100-jährigen Mainzer Faßnachtszug-Geschichte – gegen den Widerstand der Faßnachts-Funktionäre – ein Erfolg wurde. · Von ihm stammt die Idee des Baus eines Schneckenkarussells für Kinder. Mit ihm können Parkinsonkranke zukünftig auf Kinderebene über die „Alterskrankheit“ Parkinson aufklären.In einer Zeit, die von Egoismen geprägt wird, ist es verblüffend, in welch breit-gefächerten Ausmaß Menschen wie Peter Christ Hand anlegen und mithelfen, Nöte und Mißstände zu mildern oder gar abzuschaffen. Der Staatssekretär Glaßer hob besonders hervor, daß dieses Engagement für Parkinson-Kranke nicht auf eine eigene Betroffenheit im Verwandten- oder Bekanntenkreis gründet. Auch nicht auf eine berufliche Verbindung zu Betroffenen. Es gründet einzig und allein auf der Verantwortung für den Mitmenschen, der sich Herr Peter Christ außergewöhnlich wirkungsvoll stellt.