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Bernd Braun

Bernd Braun ist 1. Vorsitzender des Vereins parkinson bewegt e.V. sowie Leiter der dpV-Regionalgruppe Bad Segeberg.

Auszug aus der Laudatio von Dr. Jürgen Weber:

Das Thema Kunst, Singen, Tanzen, Theaterspiel, Musizieren als Parkinson-Therapie hat sich im Wesentlichen ein Mann auf die Fahnen geschrieben: Bernd Braun.

Ohne sein stetiges Drängen, ohne seinen großartigen Einsatz und seine schon fast penetrante Verfolgung seines Vorhabens hätte es die mittlerweile zwei Symposien nicht gegeben, und ohne ihn wäre möglicherweise auch Prof. Hauptmann nicht zum Motor dieser so wichtigen Bewegung zur Entwicklung alternativer therapeutischer Verfahren gegen Parkinson geworden.

Die ärztliche Erfahrung, aber auch der gesunde Menschenverstand lehrt, dass es kranken Menschen besser geht, wenn sie einigermaßen zufrieden sind, wenn sie Dinge tun, die ihnen Spaß machen. Das kann Bewegung sein, ob Tanzen, Kegeln oder Radfahren, das kann künstlerische Aktivität sein, Malen, Singen, Musikmachen, oder es kann ein Ausleben der eigenen Kreativität sein wie etwa Theaterspielen. Man kann es sicher nicht beziffern, aber derartige Betätigungen ersparen Tonnen an Medikamenten. Und so ist es eigentlich ganz einfach: Kunst und Kreativität und Bewegung sind wichtige Elemente bei dem therapeutischen Mix für Parkinson-Patienten.
Doch das Einfache ist häufig gar nicht so leicht umzusetzen. Der Einsatz für solche alternativen therapeutischen Verfahren ist kein gerader und einfacher Weg, sondern einer, auf dem zahlreiche Stolpersteine liegen. So mancher Neurologe ist skeptisch, überträgt er doch einen Teil der Verantwortlichkeit in der Therapie auf den Patienten und verliert so Einfluss; die Ärzte generell müssen sich damit abfinden, dass Patienten ein Verhältnis auf Augenhöhe einfordern; Vertreter der Pillen-Industrie fürchten, dass ein ganzer Markt wegbricht; aber auch für die Betroffenen ist es nicht einfach: sie müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen und können therapeutische Misserfolge nicht dem Neurologen oder unwirksamen Tabletten in die Schuhe schieben.
Allen Skeptikern, die die Bedeutung der selbstbestimmten künstlerischen Therapie bei MP bestreiten oder daran zweifeln, sei der mittlerweile berühmt gewordene Satz Hermann Hesses ins Stammbuch geschrieben:
„Damit das Mögliche entstehe, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“
Die beiden Geehrten haben in der Tat das Unmögliche versucht, und etwas realisiert, was man kaum für möglich gehalten hat.

So überreichen wir denn den Forschungspreis der HU-Stiftung in Höhe von 10.000 € an Prof. Dr. Björn Hauptmann und an Bernd Braun als Anerkennung für ihre so wichtige Arbeit und zur Unterstützung weiterer Initiativen auf diesem Weg.